ISO/IEC 15426: Norm für Barcode-Prüfgeräte
ISO/IEC 15426 ist eine internationale Normenreihe, die Anforderungen an die Konformität von Prüfgeräten (Verifiern) für Barcodes und 2D-Codes festlegt. ISO/IEC 15426-1 gilt für Prüfgeräte für lineare Barcodes, ISO/IEC 15426-2 für Prüfgeräte für zweidimensionale Codes. Ziel ist es, zuverlässige und vergleichbare Prüfergebnisse sicherzustellen.
Was ist ISO/IEC 15426?
ISO/IEC 15426 definiert Prüfmethoden und Mindestanforderungen an die Genauigkeit von Barcode-Prüfgeräten. Außerdem beschreibt die Normenreihe Referenzstandards für deren Kalibrierung.
Sie besteht aus zwei Teilen:
- ISO/IEC 15426-1:2006 gilt für Prüfgeräte für lineare Barcodes (1D-Codes).
- ISO/IEC 15426-2:2023 gilt für Prüfgeräte für zweidimensionale Codes (2D-Codes wie QR-Code und Data Matrix Codes).
Die Anforderungen sollen sicherstellen, dass die zur Qualitätsbewertung eingesetzten Prüfgeräte verlässliche, reproduzierbare und vergleichbare Ergebnisse liefern.
Was ist der Unterschied zwischen ISO/IEC 15426-1 und ISO/IEC 15426-2?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Art der Codes, für deren Prüfung die Verifier eingesetzt werden.
- ISO/IEC 15426-1 für lineare Barcodes
ISO/IEC 15426-1 definiert Prüfmethoden und Mindestanforderungen an die Genauigkeit von Verifiern für lineare Barcodes. Die Prüfgeräte wenden dabei die Qualitätsbewertungsmethodik für lineare Barcodes nach ISO/IEC 15416 an.
Dazu gehören je nach Anwendung beispielsweise lineare Codes wie Code 128, GS1-128, EAN/UPC oder Code 39.
- ISO/IEC 15426-2 für 2D-Codes
ISO/IEC 15426-2 definiert entsprechende Anforderungen an Verifier für mehrreihige Barcodes und zweidimensionale Matrixcodes. Dabei kommt insbesondere die Qualitätsbewertungsmethodik nach ISO/IEC 15415 zur Anwendung.
Zu den relevanten 2D-Symbologien gehören beispielsweise Data Matrix und QR Code.
ISO/IEC 15426, ISO/IEC 15415 und ISO/IEC 15416 – was ist der Unterschied?
Die Normen stehen in engem Zusammenhang, erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben.
| Norm | Anwendungsbereich | ||
|---|---|---|---|
| Norm | ISO/IEC 15426-1 | Anwendungsbereich | Konformitätsanforderungen an Prüfgeräte für lineare Barcodes |
| Norm | ISO/IEC 15426-2 | Anwendungsbereich | Konformitätsanforderungen an Prüfgeräte für 2D-Codes |
| Norm | ISO/IEC 15416 | Anwendungsbereich | Qualitätsbewertung gedruckter linearer Barcodes |
| Norm | ISO/IEC 15415 | Anwendungsbereich | Qualitätsbewertung gedruckter 2D-Codes |
Vereinfacht gesagt: ISO/IEC 15415 und ISO/IEC 15416 beschreiben Methoden zur Bewertung der Qualität von Codes. ISO/IEC 15426 definiert Anforderungen an die Prüfgeräte, die diese Bewertungsmethoden anwenden.
Diese Unterscheidung ist für eine normgerechte Barcodeprüfung entscheidend. Ein Code kann nur zuverlässig bewertet werden, wenn auch das verwendete Mess- und Prüfgerät die erforderliche Genauigkeit und Vergleichbarkeit der Ergebnisse gewährleistet.
Warum ist ISO/IEC 15426 für Barcode-Prüfgeräte wichtig?
Barcode-Verifizierung dient dazu, die Qualität von gedruckten oder direkt markierten Codes objektiv zu bewerten. Eine rein erfolgreiche Lesung eines Codes reicht dafür nicht aus.
Ein Scanner beantwortet im Wesentlichen die Frage, ob ein Code unter den jeweiligen Bedingungen gelesen und decodiert werden kann. Ein geeignetes Prüfgerät (Verifier) bewertet dagegen definierte Qualitätsparameter anhand standardisierter Verfahren.
Damit Ergebnisse aus unterschiedlichen Messungen sinnvoll miteinander verglichen werden können, müssen auch die eingesetzten Prüfgeräte definierten Anforderungen entsprechen.
Die Konformität eines Verifiers mit ISO/IEC 15426 trägt dazu bei, dass Qualitätsbewertungen konsistent, reproduzierbar und vergleichbar durchgeführt werden können. Dadurch können Qualitätsabweichungen frühzeitig erkannt und Scan- beziehungsweise Lesefehler reduziert werden.
Dies ist insbesondere dort relevant, wo Barcode- und 2D-Code-Qualität Bestandteil der Qualitätssicherung, Prozesskontrolle oder von Kunden- und Branchenanforderungen ist - beispielsweise im Einzelhandel, Gesundheitswesen und in der Logistik. Eine normgerechte Verifizierung unterstützt Unternehmen dabei, die dort geltenden Qualitäts- und Kennzeichnungsanforderungen zuverlässig einzuhalten.
Welche Anforderungen stellt ISO/IEC 15426 an Prüfgeräte?
ISO/IEC 15426 definiert Prüfmethoden und Mindestanforderungen an die Genauigkeit von Verifiern. Dazu gehören auch Referenzstandards für die Überprüfung beziehungsweise Kalibrierung der Prüfgeräte.
Für eine normgerechte Qualitätsbewertung müssen die relevanten Messbedingungen kontrolliert und reproduzierbar sein. Je nach Code, Anwendung und zugrunde liegender Qualitätsnorm sind beispielsweise Beleuchtung, Messgeometrie, Messblende beziehungsweise Apertur und Kalibrierung relevant.
- Beleuchtung und Messgeometrie: Die optischen Messbedingungen müssen der jeweils anzuwendenden Qualitätsnorm und Prüfaufgabe entsprechen und definiert sowie reproduzierbar sein. Die Geräte verwenden hierfür eine gleichmäßige Lichtquelle, typischerweise eine rote LED mit einer Wellenlänge von 660 nm, um Reflexionen und Schatten zu vermeiden. Beleuchtung und Messgeometrie beeinflussen die ermittelten Reflexions- und Qualitätsparameter und damit die zuverlässige Bewertung der Codequalität.
- Beleuchtungswinkel: Das Licht muss in einem Winkel von 45° auf den Barcode treffen, um reale Scanbedingungen zu simulieren.
- Messblende (Apertur): Die für die Bewertung verwendete Apertur wird entsprechend den Anforderungen der anzuwendenden Qualitätsnorm und der jeweiligen Prüfaufgabe gewählt. Dabei wird die optische Apertur auf die X-Dimension des Barcodes abgestimmt, um Strich-, Lücken- und Kantenstrukturen präzise erfassen und die Codequalität zuverlässig bewerten zu können.
- Kalibrierung: Die Messfähigkeit eines Verifiers wird mithilfe zertifizierter Prüfkarten (Kalibrierkarten) beziehungsweise definierter Referenzstandards überprüft, die auf nationale Normale rückführbar sind. Dadurch lassen sich die Messergebnisse des Prüfgeräts mit bekannten Referenzwerten vergleichen und zuverlässige, reproduzierbare Qualitätsbewertungen sicherstellen.
Die konkreten Messbedingungen richten sich nach der jeweils anzuwendenden Norm, Symbologie und Prüfaufgabe.
Eine regelmäßige Kalibrierung mit dafür vorgesehenen Referenzstandards trägt dazu bei, die Messfähigkeit des Prüfgeräts zu kontrollieren und reproduzierbare Ergebnisse sicherzustellen.
Was bedeutet ISO/IEC 15426 in der Praxis?
In industriellen Anwendungen können schlecht lesbare Barcodes und 2D-Codes erhebliche Folgen haben. Nicht oder nur unzuverlässig lesbare Codes können beispielsweise Prozesse in Produktion, Logistik und Handel beeinträchtigen.
Die Verifizierung ermöglicht es, die Qualität eines Codes bereits dort objektiv zu beurteilen, wo sie beeinflusst werden kann – beispielsweise während oder nach dem Druck- oder Markierprozess.
Ein normkonformes Prüfgerät unterstützt Unternehmen dabei,
- Codequalität anhand definierter Kriterien zu bewerten,
- Qualitätsschwankungen frühzeitig zu erkennen,
- Messergebnisse reproduzierbar zu dokumentieren,
- Produktions- und Kennzeichnungsprozesse zu überwachen und
- Anforderungen von Kunden und Branchen nachvollziehbar zu erfüllen.
Damit geht Barcode-Verifizierung über eine einfache Lesbarkeitsprüfung hinaus: Sie liefert eine objektive Qualitätsbewertung anhand definierter Messverfahren.
Welche ISO-Norm gilt für welchen Barcode oder 2D-Code?
Welche Norm bei der Qualitätsprüfung relevant ist, hängt unter anderem von der verwendeten Symbologie und der Prüfaufgabe ab.
- Lineare Barcodes:
Für die Qualitätsbewertung linearer Barcodes ist ISO/IEC 15416 von zentraler Bedeutung. Anforderungen an entsprechende Verifier werden in ISO/IEC 15426-1 beschrieben. - 2D-Codes:
Für die Qualitätsbewertung von 2D-Codes ist ISO/IEC 15415 von zentraler Bedeutung. Anforderungen an entsprechende Verifier werden in ISO/IEC 15426-2 beschrieben.
Darüber hinaus können je nach Anwendung, Kennzeichnungsverfahren, Branche und Symbologie weitere Normen und Spezifikationen relevant sein.
REA VERIFIER entwickelt Prüfgeräte zur objektiven Qualitätsbewertung von Barcodes und 2D-Codes für unterschiedliche industrielle Anwendungen.
Je nach Prüfaufgabe stehen Lösungen für lineare Barcodes, Matrixcodes und unterschiedliche Kennzeichnungsverfahren zur Verfügung. Dabei werden die für die jeweilige Anwendung relevanten Normen und Spezifikationen berücksichtigt.
Die Auswahl des geeigneten Prüfgeräts richtet sich unter anderem nach Codeart, Größe, Trägermaterial, Kennzeichnungsverfahren und den für die jeweilige Anwendung geltenden Qualitätsanforderungen.
Der REA VeriCube ist ein hochentwickeltes und modernes Matrix- sowie Strichcode-Prüfgerät, das sich branchenübergreifend, flexibel und vielseitig einsetzen lässt.
Der REA VeriMax ist ein Prüfgerät, das speziell für die nahtlose Integration in Produktionslinien entwickelt wurde und sowohl 1D-Barcodes als auch 2D-Matrixcodes überprüft.
Der REA VeriMax Mobile ist ein mobiles, offline Code Prüfgerät für 1D und 2D Codes. Mit seiner kompakten Größe und der Möglichkeit einen Tablet PC direkt auf dem Gerät zu montieren, kann er ortsungebunden eingesetzt werden.
-
ISO/IEC 15426-1 beschreibt Anforderungen an Prüfgeräte für lineare Barcodes. Sie steht in direktem Zusammenhang mit der Qualitätsbewertung linearer Barcodes nach ISO/IEC 15416.
-
ISO/IEC 15426-2 beschreibt Anforderungen an Verifier für mehrreihige und zweidimensionale Codes. Sie steht insbesondere im Zusammenhang mit der Qualitätsbewertung nach ISO/IEC 15415.
-
ISO/IEC 15416 beschreibt die Methodik zur Qualitätsbewertung linearer Barcodes. ISO/IEC 15426-1 definiert Anforderungen an Prüfgeräte, die diese Bewertungsmethodik anwenden.
-
Nein. Ein Scanner dient primär zum Lesen und Decodieren eines Codes. Ein Barcode-Prüfgerät beziehungsweise Verifier misst und bewertet dagegen definierte Qualitätsparameter nach standardisierten Verfahren. Eine erfolgreiche Lesung allein ist deshalb kein Nachweis für eine normgerechte Codequalität.
-
Die Kalibrierung dient dazu, die Messfähigkeit eines Prüfgeräts anhand definierter Referenzstandards zu kontrollieren. Dadurch können zuverlässige und reproduzierbare Qualitätsbewertungen unterstützt werden.
-
Für Prüfgeräte zur Qualitätsbewertung linearer Barcodes gilt ISO/IEC 15426-1. Für Prüfgeräte zur Qualitätsbewertung von 2D-Codes ist ISO/IEC 15426-2 relevant. Welche weiteren Normen anzuwenden sind, hängt von Codeart und Prüfaufgabe ab.